demonstration_wien_gruppenbild vor parlament    

Kundgebung für den Casino-Kapitalismus: Eine Kunstaktion von Social Impact Reloaded ließ engagierte SpekulantInnen in der Wiener Innenstadt aufmarschieren. Rund 20 als Fondsmanager verkleidete AktivistInnen zogen am Freitagabend vom Bundeskanzleramt über das Parlament zur Börse.

Vor dem Parlament wurden Reden gehalten, Transparente enthüllt und in persönlichen Gesprächen mit Passanten auf das harte Schicksal der in Not geratenen Banken aufmerksam gemacht. Die Bevölkerung hat auf Transparente mit Sprüchen wie „Armut stinkt – Geld nicht!“, „Grasser ist Klasser“ und „Jeder Mensch hat eine Chance. Wir haben sie ergriffen“ sehr unterschiedliche reagiert. Das Spektrum reichte von Zustimmung bis hin zu aggressiven Reaktionen, weshalb die Demonstranten ihre Kundgebung am Rathausplatz schnell wieder abbrechen mussten, um dem Volkszorn zu entkommen.

„Die Stimmung hat gebrodelt. Nicht nur die hohen Temperaturen haben die Gemüter erhitzt. Es sind auch Eiswürfel durch die Luft geflogen“, so einer der geflüchteten Investmentbanker.

Glücklicherweise bekamen die Demonstranten zusätzlichen Schutz durch die Polizei, welche die Kundgebung zur Justizvollzugsanstalt in der Landesgerichtsstraße begleitete. Dort wurde lautstark für die Freilassung von Helmut Elsner demonstriert und eine Schweigeminute eingelegt.
Anschließend setzte der Demonstrationszug seinen Weg zum Gebäude der Wiener Börse fort.

Wenn es möglich ist, dass innerhalb kürzester Zeit Rettungspakete für Not leidende Banken geschnürt werden, während umgekehrt die angekündigten Regeln für den Finanzmarkt weiter auf sich warten lassen, dann wird es gewiss noch Spielraum für dreistere Forderungen seitens der Spekulanten geben. Genau darin lag die Überlegung für diese Kundgebung, die zwar als Fake inszeniert, aber während der Vorbereitungen immer wieder von der Realität eingeholt wurde.

Die Kundgebung der Spekulanten war einerseits eine dekadente Warnung der vermeintlichen Banker vor strengeren Regeln für den Finanzmarkt und andererseits eine Danksagung für die bisherige Untätigkeit der Politik.

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Portraitfoto von Harald Schmutzhard    

Nach 13 Jahren intensiver Tätigkeit als Künstler verabschiede ich mich in die Kunstkarenz. Der Verein Social Impact wird aufgelöst. Ich freue mich aber, dass eine Gruppe von engagierten AktionistInnen künstlerische Interventionen angelehnt an die Ziele von Social Impact weiterführt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Durchhaltevermögen.
Harald Schmutzhard


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